{"id":611,"date":"2017-11-18T18:58:51","date_gmt":"2017-11-18T17:58:51","guid":{"rendered":"https:\/\/harfen.at\/wp\/?p=611"},"modified":"2020-03-09T19:18:34","modified_gmt":"2020-03-09T18:18:34","slug":"neapel-und-die-harfe-im-siglo-de-oro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/harfen.at\/wp\/neapel-und-die-harfe-im-siglo-de-oro\/","title":{"rendered":"Neapel, und die Harfe im Siglo de Oro"},"content":{"rendered":"<p>Das Siglo de Oro, das &#8222;Goldene Zeitalter&#8220;, der \u00dcbergang von der Renaissance zum Barock, eine Epoche der hohen Bl\u00fcte in Kunst und Kultur. Im \u201eGoldenen Zeitalter\u201d ging im Weltreich Spanien die Sonne nicht unter. Lucas Ruiz de Rbayaz legte in Madrid 1677 eine Sammlung von popul\u00e4ren T\u00e4nzen aus dem Spanien des 16. Jahrhunderts an. Luz Y Norte \u2013 Eine Laterne und ein Leitstern, die einen durch die Musik der Spanischen Harfe f\u00fchrt. Das Vorwort umfasst eine ausf\u00fchrliche Instruktion \u00fcber die Spieltechnik und Notation der spanischen Arpa de dos Ordenes. Die Kompositionen, Chaconas, Zarabandas oder Matachines, eindeutig lateinamerikanischen Ursprungs. Barocke Tanzmusik aus Spanien, Italien, S\u00fcdamerika und dem maurischen Afrika, die klingenden Rythmen wie Gallardas, Chaconas, Folias, Espa\u00f1oletas, Canarios, Tarantela, nat\u00fcrlich auch die X\u00e1cara. Im K\u00f6nigreich Neapel, in der zweiten H\u00e4lfte des 16. Jahrhunderts eine Provinz des spanisch-habsburgischen Weltreich, vermischt sich die spanische Kultur der Harfe des Siglo de Oro vorallem in der Santa Casa dell Annunziata mit der hochkar\u00e4tigen Kunstmusik Roms. Die Harfenvirtuosen entwickeln in Neapel die Musik f\u00fcr Tasten- und andere Instrumente weiter.<br \/>\nGiovanni de Macque (1548 &#8211; 1614), als S\u00e4ngerknabe in der Wiener Hofkapelle ausgebildet, wurde er nach dem Stimmbruch in das Jesuitenkolleg aufgenommen. Es d\u00fcrften Ordensleute gewesen sein, die ihm den Weg nach Rom ebneten. Dort tritt er in einem Sammeldruck mit Madregalen das erste Mal in Erscheinung. Sein in Neapel lebender Beichtvater war der Herausgeber seines Tempio Armonico und erm\u00f6glichte ihm eine Anstellung beim F\u00fcrsten von Venosa, Fabrizio Gesualdo. Der \u00fcberaus umsichtig seine Karriere planende de Macque, erlangte die Stelle des zweiten Organisten an der Santa Casa dell Annunziata in Neapel. Der famose Musiktheorielehrer war dort Lehrer von G.M. Trabaci und A. Mayone.<br \/>\nGirolamo Frescobaldi (1583-1643), hat seinen immensen zeitgen\u00f6ssischen Ruhm in der Hauptsache seinen Instrumentalkompositionen zu verdanken, mit denen er deren endg\u00fcltige Emanzipation von der vokalen Musik besiegelte. &#8220; Mit meinen in Partitur oder in Tabulatur gedruckten Werken von Capricci und aller Art Inventionen habe ich stets der Welt bewiesen, da\u00df es mein sehnlichster Wunsch war, da\u00df jeder, der meine Werke sieht und studiert, davon befriedigt sei und daraus einen Nutzen ziehe&#8220;<br \/>\nAscanio Mayone (ca. 1565 \u2013 1627), Sch\u00fcler von Jean de Macque und von dem damals sehr ber\u00fchmten neapolitanischen Harfenisten Gian Leonardo dell&#8216; Arpa, bet\u00e4tigte sich auch als Harfenist und Komponist f\u00fcr die damals \u00fcberaus beliebte doppelreihige chromatische Harfe (Arpa a` due ordini). In den Toccaten und einigen Variationen redet der Komponist eine \u00fcberraschend subjektive, affektgeladene und geb\u00e4rdenreiche Sprache, die zuweilen im ziemlich bizarren, zackigen und verschn\u00f6rkelten Spielformen, in Trillerketten und Bravourpassagen zum Ausdruck kommt. Aufgrund seiner oftmals sehr weit auseinander liegenden Intervalle und Akkordspannungen, welche nur durch Arpeggieren auszuf\u00fchren eignen sich ausgezeichnet zur Wiedergabe auf der Harfe.Mayone brachte eine weit in die Zukunft weisende Stilsynthese zuwege, die von starker Einwirkung auf die Kunst Frescobaldis gewesen ist. Mit seinen virtuosen Kompositionen war der Neapolitaner Ascanio Mayone einer der bedeutenden Musiker zur Jahrhundertwende vom 16. zum 17. Jahrhundert. Die erste Quelle f\u00fcr neapolitanische Harfenmusik ist die in seinem Libro II enthaltene &#8222;Recercar sopra il canto fermo di costantio festa e per sonar all Arpa&#8220;.<br \/>\nDie Musik von Giovanni Maria Trabaci (1575 &#8211; 1647) f\u00fcr Tasten- und andere Instrumente hat aufgrund ihrer starken \u00c4hnlichkeit zu den Werken Frecobaldis und Mayones stets die gr\u00f6\u00dfte Aufmerksamkeit gefunden. \u00dcber 160 St\u00fccke konnten bisher identifiziert werden. Wie sein Kollege Mayone widmet auch Trabaci einige St\u00fccke den experimentellen cimbalo cromatico und der Arpa dopia. Er geh\u00f6rte einer Epoche an, in der auf der Basis des gelehrten Kontrapunktes mit starken Kontrasten kompositorisch experimentiert wurde. In seinen Instrumentalwerken beweist er mehr als in seiner Vokalmusik, dass er neben de Macque und Gesualdo zu den Protagonisten der Epoche geh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Ana Zauner-Pagitsch Tripelharfe<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Ana Zauner-Pagitsch \u2013 Arpa triple &quot;Pabanas&quot; aus &quot;Luz Y Norte&quot;\" width=\"756\" height=\"425\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/gNenT_SBDTI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Siglo de Oro, das &#8222;Goldene Zeitalter&#8220;, der \u00dcbergang von der Renaissance zum Barock, eine Epoche der hohen Bl\u00fcte in Kunst und Kultur. Im \u201eGoldenen Zeitalter\u201d ging im Weltreich Spanien die Sonne nicht unter. 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